Ausstellungen 2010
Doppelausstellung:
"Work on Progress. Satiren von William Hogarth".
"Leo Leonhard. Büchner und andere Dramen"
21.02. – 09.05.2010
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Der Engländer William Hogarth
(1697 - 1764) gehört zu den bekanntesten Künstlern des 18. Jahr¬hun¬derts
überhaupt. In Zyklen wie "A Harlot’s Progress" oder "A Rake's Progress"
geißelt Hogarth spöttisch gesellschaftliche Mißstände seiner Zeit, von der
Diskrepanz zwi¬schen dekadentem Adel und geknechtetem Volk bis zum
kompletten sittlichen Verfall des städtischen Lebens. In der Schau flankieren Hogarths Originalwerke bildnerische "Nachempfindungen" des Göttinger Kupferstechers Ernst Ludwig Riepenhausen (1765 - 1840). Riepenhausen sorgte für eine weite Verbreitung der Hogarthschen Entwürfe in ganz Deutschland. Seine Stiche nach Hogarth dienten dem berühmten bei Darmstadt geborenen Schrift¬steller Georg Christoph Lichtenberg (1742 - 1799) als Vorlage für seine popu¬läre satirische Schrift "G. C. Lichtenbergs ausführliche Erklärung der Hogarthi¬schen Kupferstiche". Auf die Werke des 18. Jahrhunderts antwortet in der Kunsthalle der zeitgenössische Darmstädter Künstler Leo Leonhard. Leonhard setzt sich nicht nur unmittelbar mit den Zerrbildern William Hogarths auseinander, sondern interpretiert in seinen druckgraphischen Zyklen auch Dramen des in Darmstadt aufge¬wachsenen Theaterdichters Georg Büchner. In Leonhards Werk finden sich u.a. Variationen zu "Leonce und Lena", "Woy¬zeck", "Dantons Tod" und zum "Hessischen Landboten". Dem Gesellschaftskritiker Hogarth begegnet so der Revolutionär des Vormärz. Zu sehen sind insgesamt ca. 150 druckgraphische Werke aus deutschen Privatsammlungen. ![]() ![]() |