Ausstellungen 2009


 

25.11.2008 – 22.03.2009
Eröffnung, Sonntag 23.11.2008, 17 Uhr
mit Performance des Künstlers

Bernar Venet - unlösbar
Skulpturen, Gemälde, Konzepte

Bernar Venet, geb. 1941 in Château-Arnoux, Frankreich, ist einer der bekanntesten Bildhauer der Gegenwart. Seit den 1970er Jahren nahm er an international herausragenden Ausstellungsprojekten teil, so an der documenta (1977) und an der Biennale Venedig (1978).
Venets Werke sind in vielen internationalen Museen vertreten. Zu den bekanntesten Ensembles im öffentlichen Raum gehören seine Stahlskulpturen in den Pariser Tuilerien und die Skulptur „Arc de 124,5°“, ein Geschenk des französischen Staates an die Stadt Berlin zur 750-Jahr-Feier 1987(aufgestellt auf dem Mittelstreifen der Straße An der Urania, Nähe Kurfürstendamm).
 


Bernar Venet, arc de 224.5x12, acier patine, 2003


Bernar Venet, arcs in disorder, 4 arcs x 5, acier patine, 2002


Bernar Venet, arcs in disorder, 83,5 arcs x 14, 2006


Bernar Venet, saturation, 2008, Acryl auf Leinwand


Bernar Venet, Selbstportrait, 2003, Fotografie auf Leuchtkasten


Bernar Venet, Two Installations of Arcs, 2003

Bernar Venet, geb. 1941 in Château-Arnoux, Frankreich, ist einer der bekanntesten Bildhauer der Gegenwart. Seit den 1970er Jahren nahm er an international herausragenden Ausstellungsprojekten teil, so an der documenta (1977) und an der Biennale Venedig (1978).
Venets Werke sind in vielen internationalen Museen vertreten. Zu den bekanntesten Ensembles im öffentlichen Raum gehören seine Stahlskulpturen in den Pariser Tuilerien und die Skulptur „Arc de 124,5°“, ein Geschenk des französischen Staates an die Stadt Berlin zur 750-Jahr-Feier 1987(aufgestellt auf dem Mittelstreifen der Straße An der Urania, Nähe Kurfürstendamm).


Venets Werk waren weltweit zahlreiche Einzelausstellungen in prominenten Häusern gewidmet, u.a. im Centre Georges Pompidou, Paris.
Bernar Venet bezieht sich anfangs auf die Tradition der Konzeptkunst und konstruiert eine Art geometrischen Baukasten. Er schafft beispielsweise stählerne Bögen mit eingeprägten Angaben zum Kreissegment, die die Plastik umfaßt. Die Kunst wirkt so „wissenschaftlich“ exakt. Diese klare, rationale Ordnung verstört Venet, indem er eine Vielzahl von Bögen miteinander verbindet und gegeneinander nach Zufallsprinzipien ‚verdreht’. Genauso läßt er Bögen und andere Plastiken nach dem Zufallsprinzip zusammenstürzen. In dieser Wiese spielt Venet Kalkül und Chaos gegeneinander aus und thematisiert die Grenzen der Vernunft.


Venets Gemälde spiegeln dieses Prinzip unmittelbar wider. Der Künstler häuft hier mathematische Formeln an, zeigt sie in Überlagerungen und Verschiebungen, präsentiert sie als sinnentleert, als reines bildnerisches Ornament. Auf diese Weise thematisiert er wiederum die Grenze der Vernunft. Gleichzeitig vermittelt er die Botschaft, daß die Kunst sich allen Zuweisungen von Zweck erfolgreich entzieht, sich nicht auf eine eindeutige Formel bringen läßt und wiederum in der Lage ist, jeder Form von Logik Bilder zu entlocken.


Dreidimensionale Chaos-Strukturen zeigen Venets Plastiken der Serie „Indeterminate Lines“ mit ihren unkalkulierbaren, organischen Verknotungen, genauso auch die großflächigen Bodenplastiken mit ineinander verhakten, scheinbar wahllos verteilten Metallsegmenten.
Das Verhältnis von Wissenschaft und Kunst ist in besonderer Weise Thema bei Venets Leuchtkästen, die in der Kunsthalle Darmstadt weltweit zum ersten Mal präsentiert werden: Venet zeigt hier eingefärbte Röntgenfotos, Durchleuchtungen, die durch geeignete Kontrastmittel in wortwörtlicher Weise zum Bild werden. Aus dem scheinbar wissenschaftlich exakten Protokoll eines Körpers entsteht eine Ästhetik von Farbe und Form und gleichzeitig zwangsläufig die Auseinandersetzung mit der Person des Künstlers und mit dessen individuellen Merkmalen.

Gelungene Kunst liefert stets einen Einblick in die Person des Künstlers, so läßt sich die Symbolsprache der Leuchtkästen zusammenfassen.
Venet umspielt in seinen Werken die Grenzen zwischen Wissenschaft und subjektiver, unkalkulierbarer Kunst, inszeniert ein Vexierspiel zwischen Naturwissenschaft und Überraschung. So demonstriert er, daß jede Wissenschaft automatisch Fragen der Ästhetik berührt oder beeinflußt - und er führt symbolträchtig die Befreiung von allen allzu eindeutig festgelegten Zahlen und Figuren durch die Kunst vor.
Zu sehen sind in der Kunsthalle Plastiken, Gemälde und Leuchtkästen aus den letzten Jahren.

 

 

Eintrittspreise: 

Erwachsene 2,50 €uro
Ermäßigt 1,50 €uro
Gruppen 0,50 €uro