Ausstellungen 2006
etching revivals
James Abbott McNeill Whistler und die englische Radierung von
1860 – 1920
12.12.06 – 11.02.07
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebten die
druckgraphischen Künste in
England eine außergewöhnliche Renaissance. Die Künstler griffen auf klassische
Bildtypen
und Vorbilder wie beispielsweise Rembrandt zurück. Sie nutzten ihr Medium
gleichzeitig,
um sich mit den fundamentalen Umwälzungen und Paradoxien in der Gesellschaft
auseinanderzusetzen. In den Werken der berühmten Druckgraphiker stehen so
beispielsweise Veduten vom "idyllischen" Italien Ansichten von frühen
Industriebetrieben
gegenüber, standesgerechten Bürger- und Adeligenporträts antworten Darstellungen
von
Angehörigen der elenden "working class".
Die Ausstellung in der Kunsthalle zeigt prägnante Werke dieses "etching revival".
Sie
veranschaulicht auch die zentrale Vorbildfunktion des Amerikaners James Abbott
McNeill
Whistler für die äußerst vielfältige englische Druckgraphik. Whistler hatte in
seinen Gemälden
und Radierungen die Landschaft radikal auf nahezu leere Panoramen
zusammengestrichen.
Dieser Darstellungsmodus wurde von vielen englischen Künstlern aufgegriffen.
Gleichzeitig
erwies sich der „leere“ Modus als Antwort auf das Konzept einer malerischen
Radierung,
mit der versucht wurde, William Turners und John Constables Kunst der Diffusion
in die
Graphik zu übersetzen. Sowohl radikal reduzierte Landschaften als auch malerisch
ausgeführte
Panoramen sind in der Ausstellung zu sehen.
Präsentiert werden ca. 160 Werke. Die beteiligten Künstler sind u.a.:
Frank William Brangwyn, Sir David Young Cameron, Francis Dodd, Col. Robert
Charles Goff,
Sir Francis Seymour Haden, Albany E. Howarth, Charles Samuel Keene, Ernest
Stephen Lumsden,
Mortimer Mempes, Joseph Pennel, Sir Frank Short, William Strang, Thomas F. Inigo,
Charles John Watson, James Abbott McNeill Whistler, John Wright
Di - Fr 11 - 18 Uhr / Sa, So, Feiertage 11 - 17 Uhr, Eintritt 2,50 Euro / 1,50
Euro
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