Ausstellungen
2004
4.
April 2004
bis 31. Mai 2004
Rolf Urban -
"Verschiebungen"
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Öffnungszeiten: Di – Fr:
11 – 18 Uhr; Sa, So, Feiertage: 11 – 17 Uhr geschl.: Karfreitag (9.4.); 1.Mai In seinen Werken inszeniert Rolf Urban ein System von Verschiebungen in wörtlichem und in übertragenem Sinne. Er leistet einen Transfer, von Gattungen, indem er hölzerne Druckstöcke als Bilder präsentiert. Der Stock ist nicht mehr länger Vorstufe der Darstellung, sondern das Kunstwerk selbst. Die filigranen in das Holz getriebenen Linienmuster Rolf Urbans erscheinen wie Zeichnungen. Das Medium Zeichnung erfährt auf diese Weise eine hintergründige Umdeutung: das Medium, das klassischerweise als Hort spontaner Entwürfen gilt, avanciert zum Tableau mühsam eingeritzter, sorgfältig kalkulierter filigraner Netzwerke, die den "Malgrund" realräumlich durchziehen. In seinen Werken stellt Rolf Urban widersprüchliche Raumordnungen und Bezugssysteme gegenüber: Klar definiert wirkende Figuren erscheinen auf einem gefleckten oder gepunkteten Hintergrund, der an einen Sternenhimmel, an einen unregelmäßig gestalteten Aquatinta-Grund oder auch an die organische Struktur einer Holzoberfläche erinnern kann. Auf diese Weise läßt Rolf Urban eine merkwürdige Paradoxie entstehen: Verdeckt die Grundierung der Platten deren organische Gestalt, arbeitet die Kunst diese auf einer zweiten Ebene wieder heraus. Urbans "Zeichnungen" wirken vielfach wie Grundrisse oder Querschnitte, wie schematisierte Luftbildaufnahmen, kartographisch erfaßte Straßenverläufe oder etwa Höhenlinien. Die serielle Multiplikation in den Bildern, die organisch gebrochenen Linien und die widersprüchlichen Raumsysteme lassen wiederum die gängige Rückübersetzung eines Schemas in die Wirklichkeit nicht zu. Rolf Urban läßt die systematisierte konventionelle Abstraktion von Ordnungssystemen wie Kartographie oder Geometrie ins Leere laufen. Er schafft Schemata, Kürzel die nur auf sich selbst verweisen, die ihre dienende Rolle genauso aufgegeben haben wie das Medium des Druckstocks. Rolf Urbans Bilder unterlaufen hintergründig neuzeitliche Meßverfahren, naturwissenschaftliche Vereinfachungen und Denkkonventionen. Sie lassen die Welt als brüchig erscheinen, als Konglomerat von Widersprüchen, dem man sich - so die Maxime in Urbans Werk - nur auf eine Weise nähern kann: Durch die Kunst. |
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