Ausstellungen 2004

22. Juni 2004 bis 29. August 2004

"Unter Strom"

f18 / Kirsten Geisler / Ursula Haupenthal / Thom Kubli / Ange Leccia /
Agnes Meyer-Brandis / Franz Martin Olbrisch / robotlab /
Johannes S. Sistermanns / Manos Tsangaris

„unter strom“ in der Kunsthalle Darmstadt präsentiert Klangskulpturen,
Roboter-Installationen und multimediale Projekte.
Die Ausstellung erfaßt zwei Impulsrichtungen:

Zum einen greift die Kunst massiv in den Raum ein. Sie markiert und durchdringt
Areale der Kunsthalle durch Klänge und Bewegungen. Thom Kublis Installation aus
tönenden Gelatineblöcken simuliert akustisch eine Skate-Bahn, Ursula Haupenthals
metallene Plastiken erzeugen ein ‚surrealistsches’ Klanggemälde, das an elektronisch
erzeugte Töne erinnert. Ange Leccias „Lolita“ bringt Industrie-Design ‚zum Klingen’.
Motorräder, die Musiksequenzen aussenden, stehen für bedrohliche Triebwelten und
die weltberühmte Figur der erotischen Kindfrau. Der bewegliche Robot der Gruppe f18
erobert sich sämtliche Terrains und setzt beispielsweise dem Betrachter nach.

Zum anderen dringt der Betrachter wortwörtlich in die Welten der Kunst ein. Seine
Anwesenheit ‚schaltet’ die Beleuchtung der Guckkästen von Manos Tsangaris ein, sein
Konterfei wird vom Zeichenrobot der Gruppe robotlab in bildnerische Kompositionen einge-
bunden. Beim „Elfen­scanner“ von Agnes Meyer-Brandis dringt der Besucher virtuell in
feste Materie ein, in steinerne Bohrkerne, und erblickt Szenen einer ironisch-phantastischen
Welt von Elfen und Elementarwesen. Kirsten Geislers „Virtual“ zeigt eine lebensgroße Kunstfigur,
mit der der Betrachter in realisti­schem Sinne sprechen kann, die sich zu einer Vielzahl von
‚lebensechten’ Reaktionen verleiten läßt.. Bei der Arbeit von Franz Martin Olbrisch begibt
er sich in ein Zelt, wie es Obdachlose etwa in den USA bewohnen, und erlebt durch einge-
bundene Projektionen eine – global durchaus aktuelle - Konfrontation von Elend und High-Tech.
Johannes S. Sistermanns´ Installation versetzt den Besucher der Kunsthalle wortwörtlich in
das Innere eines Klaviers, das mit überlängten Saiten und schwebenden Klangquellen den
gesamten Raum ergreift.

Der Betrachter wird bei „unter strom“ zu einem Relais zwischen Außen- und Innenraum.
Er agiert und reagiert, setzt ein System von Rückkopplungen in Gang und erlebt, wie sich
das Postulat einer betrachterorientierten Kunst wortwörtlich im Raum verwirklichen läßt.

Das Projekt ist eine Zusammenarbeit mit dem Internationalen Musikinstitut Darmstadt (IMD)
im Rahmen der „Internationalen Ferienkurse für Neue Musik“. Das IMD wird während der
Ausstellung eine Reihe von Veranstaltungen in der Kunsthalle präsentieren.

Öffnungszeiten: Di – Fr: 11 – 18 Uhr; Sa, So, Feiertage: 11 – 17 Uhr


Agnes Meyer-Brandis,
Bohrkernlabor und Elfenscan, 2003
 


Thom Kubli,
Virilio Cubes, 2003, Gelatine,
Lautsprecher, DVD-Player,
Verstärker, Verkabelung



Ange Leccia: Lolita (1988 - 1995),
4 Motorräder, Filmmusik