Ausstellungen 2002
Kunsthalle Darmstadt
10.11.2002 - 19.01. 2003
SCHAURAUM
Günter Beckers, Walter Kütz,
Andreas von Weizsäcker
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"Schauraum" läßt höchst
widersprüchliche Positionen zum Phänomen "Raum" aufeinanderprallen. Walter Kütz zeigt "Gewichte", die von der Decke hängen, sich durch Materialien arbeiten, oder schwer aufeinander lasten, präsentiert behäbig kriechende Installationen. Er setzt wortwörtlich Schwerpunkte in den Raum. Der Raum wird belastet, verdichtet, durch die skulpturalen Grundmuster von Natur wie Schnecke, Eis oder Gewächs partiell verdrängt. Der Raum ist Kulisse für ein Spiel archaischer Kräfte, das dem Betrachter den Atem nimmt. Alltägliche Gegenstände und Materialien werden zu einem Urvokabular des Vitalen. Andreas von Weizsäcker hingegen läßt den Raum mit leichten, "schwebenden" Arbeiten zur offenen Membran werden. Körperlose, "substanzlose" Papier-Abformungen bilden gespenstische Schemen, flüchtige Erinnerungen. Der Raum wird zeitlos, der Betrachter flaniert in einem Reich der Nicht-Zeit, der vermittelten Zeichen, das Rekonstruktionen einklagt. Der Raum ist eine Leerstelle. Günther Beckers´ "Makrobilder" sind aus verschiedenen Gemälden zusammengesetzt. So mischen sie Bild- und Realraum. Die Malerei wird zum Mittel, den gesamten Raum zu definieren. Als Erinnerung an den Nürnberger Prozeß definiert die Bild-Installation "Wartesaal" den Raum als Abbild von epochalen Signalen der Geschichte. Die Ausstellung zeigt den Raum als offene Projektionsfläche. Er erscheint deformiert, verdichtet, aufgehoben, überwältigt. Gleichzeitig wird er stets zum Symbol und bleibt damit in ewiger uneinholbarer Distanz. Dieses Wechselspiel von Eroberung und Unangreifbarkeit des Raums verbindet die drei Künstler, die ihre "Schauräume" präsentieren. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (64 S., zahlr. Farb-Abb., 12 €) |
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![]() Walter Kütz, Kitahara, 1999 |
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