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Sven Kroner - Malerei
Autobahnen,
Fast Food - Restaurants, Ski-Pisten, Ausflügler am Baggersee - in
seinen großformatigen Gemälden verbindet der Düsseldorfer Künstler
Sven Kroner spielerisch Lapidarität der Gegenstände und
"überhöhende" Monumentalität der Darstellung. Kroner legt
Weltlandschaften mit erhöhtem Blickpunkt an. Gleichzeitig unterbindet
er durch die ironisch inszenierte "Belanglosigkeit" jede
zwingende kosmologische Allegorese, wie sie dem Bildtypus
"Weltlandschaft" in der Tradition zukommt. Statt dessen
präsentiert Kroner die banale alltägliche Verwendung von
Landschaftsraum durch den Menschen.
Sven Kroners Bilder zeigen vielfach verwischte Farben. Der Künstler
verdünnt die Acrylfarben solange, bis auf der Leinwand eine Art
Aquarell-Effekt entsteht. Die Farben laufen ineinander, bilden
halbtransparente, immateriell scheinende, leichte Flächen. Um einen
Begriff aus einer Giacometti-Deutung Sartres zu zitieren: Die ins
Gigantische vergrößerten "Aquarelle" erzeugen eine Art
"absolute Distanz". Beim Nähertreten vermag der Betrachter
nur eigendynamisch scheinende Farbverläufe zu entdecken, keine
Einzelheiten der porträtierten Landschaft. Die Verwischungen wiederum
läßt Kroner keineswegs als überbordendes, zweckfreies malerisches
Mittel leerlaufen, sondern bindet sie unmittelbar in die Bildinhalte
ein. Er zeigt vielfach strömende, bewegte Formen. So
"ergießt" sich die Lawine ins Tal, so hinterlassen die Skier
mäandernde Furchen im Schnee, und so schlängeln sich die Autobahnen
dynamisch durch eine Berg-und-Tal-Landschaft. Die Farbströme werden in
dieser Weise zum strukturellen Abbild bewegter, transitorischer Formen
und Energieverläufe. Bei Szenen in der Dämmerung wiederum spiegelt die
farbliche Diffusion das Zwielicht der gezeigten Umgebung wider, bei den
Baggersee-Bildern das gleißende, flirrende Sonnenlicht, das jedes klare
Fokussieren unterbindet. Sven Kroner nennt seine Darstellungen
"Erinnerungsbilder". In diesem Zusammenhang können die
Verwischungen und die dynamischen Verlaufsformen auch auf die Logik des
optischen Gedächtnisses verweisen, das Einzelheiten vielfach nur
summarisch erinnert und in die memorierte Welt Bewegungsmuster
hineindeutet.
Sven Kroner erobert seiner Kunst die Welt der alltäglichen Banalität,
definiert den Typus "Weltlandschaft" neu, spielt Aquarell und
Ölgemälde gegeneinander aus und setzt den Eigenwert der Farben ein, um
sowohl strukturelle Abbilder von Welt zu schaffen als auch auf die
Wahrnehmungslogik des Künstlers zu verweisen. Diese Kombination ist
sicher einer der Gründe für die Sogwirkung der Bilder von Sven Kroner.
Sven Kroner (*1973) lebt und arbeitet in Düsseldorf, Studium an der
Kunstakademie Düsseldorf, Meisterschüler bei Dieter Krieg, 1999
Paul-Strecker-Preis für Malerei, Mainz; 2000 Förderpreis der Stadt
Stadtlohn, Ausstellungen u.a. in Enschede, Xanten, Düsseldorf,
Amsterdam, Mainz, Frankfurt a.M., Hamburg, Heidelberg. |