bauhaus und neues sehen
Fotografien von Lucia Moholy | Gertrud Arndt | Elsbeth Juda
23.04. - 05.08.13
Lucia Moholy, Bauhausgebäude Dessau, Südseite, 1927
"Bauhaus und Neues Sehen" beleuchtet eine für die Architektur- und Kunstgeschichte des 20. Jahrhunderts äußerst bedeutsame Zeitspanne. Die Werke von Lucia Moholy (1894-1989), Gertrud Arndt (1903 – 2000) und Elsbeth Juda (*1911) zeigen überraschende Wechselwirkungen zwischen der Tradition des Bauhauses und der künstlerischen Fotografie der Moderne. Die Bauhaus-Architektur wird in der Fotografie zur weltberühmten Ikone von klarer, rationaler, geometrisierter Gestaltung. Neben dynamischen Ansichten von Architektur und Design zeigen die Fotografinnen im Umfeld des Bauhauses realistische Charakterporträts von den 'Stars' des Bauhauses genauso wie surreal anmutende Verfremdungen und Parodien. So entwickelt sich am Bauhaus für die Fotografie schrittweise ein weit in die Zukunft verweisendes "Neues Sehen".
Gezeigt werden insgesamt etwa 140 Werke. Leihgeber für die Ausstellung sind das Bauhaus-Archiv, Berlin, Archiv Alfred und Gertrud Arndt, Darmstadt, und Atelier Elsbeth Juda, London.
Texte und Abbildungen zu den Fotografinnen weiter unten auf der Seite ↓
Auf die Grundideen des "Neuen Sehens" antwortet der zeitgenössische Bildhauer Matthäus Thoma mit einem Ensemble konstruktivistischer und chaotisch scheinender Arbeiten. Vom 26.05. bis 06.10.2013 präsentiert er zusätzlich auf dem Gelände der Kunsthalle den Darmstädter Beitrag zur Skulpturen-Ausstellung "Blickachsen 9".
Dank für die freundschaftliche Unterstützung an:


links: Lucia Moholy, Bauhausgebäude Dessau, Balkon am Atelierhaus, 1926, Ausschnittvergrößerung
rechts: Lucia Moholy, Fotografierendes Mädchen, um 1929-30
links: Gertrud Arndt, Maskenphoto 6, um 1929
rechts: Gertrud Arndt, Maskenphoto 39 A, 1930

links: Elsbeth Juda, Barbara Goalen being printed, Lancashire, 1952
rechts: Elsbeth Juda, Winston Churchill with Graham Sutherland, examining hand, 1954
Elsbeth Juda (geboren 1911 in Darmstadt) war eine der ersten Schülerinnen der Bauhaus-Fotografin Lucia Moholy. Sie entwickelte in London, dem Ort ihres Exils nach 1933, konsequent bildnerische Grundideen Moholys weiter. Ihre berühmten Porträts, die unter anderem im Magazin "Ambassador" veröffentlicht wurden, eröffnen intime Einblicke in das alltägliche Leben Winston Churchills, des Bildhauers Henry Moore und anderer prominenter Künstler.
Gleichzeitig erzeugt Elsbeth Juda detailreiche Symbolbilder für die verschiedenen sozialen Klassen im England der 1930er und 1950er Jahre, vom dekadenten Adel bis zur Arbeiterschicht. Berühmt wurde Juda vor allem für ihre Modefotografie, bei der sie Stilmittel des Surrealismus nutzt, um die glatte Ästhetik der Werbefotografie ironisch zu durchbrechen. Dabei versetzt sie 'Top-Models' in den Produktionsablauf einer Fabrik oder umgibt sie mit ungeschminkten Protagonisten des städtischen Alltags. Fotografien von Elsbeth Juda waren zuletzt (März 2012 - April 2013) im Victoria and Albert Museum in London zu sehen.
Bildrechte:
Lucia Moholy (Exponate: Bauhaus-Archiv, Berlin) © VG Bild-Kunst
Gertrud Arndt (Exponate: Archiv Alfred und Gertrud Arndt, Darmstadt)
© Archiv Alfred und Gertrud Arndt / VG Bild-Kunst
Elsbeth Juda (Exponate: Atelier Elsbeth Juda, London) © Künstlerin

